Frühlingsblumen
Schneeglöckchen stehen einsam im Sand.
Gar nicht weit weg vom Wegesrand.
Hoppelt ein Hase vom Walde herbei,
und ruft ihnen zu, der Winter ist vorbei.
Die Glöckchen entfalten die Blüten über Nacht,
ehe die anderen Blumen sind erwacht.
Kommt ein Junge, gelöst von Mutters Hand,
schnurstracks auf die Blumen zugerannt.
Riss alle Blüten ab, ohne Blatt und Stiel,
Fragte nicht, ob’ s den Blumen gefiel.
Lief schnell hin zum Schwesterlein,
fragte sie, sind die Blumen nicht fein.
Darüber das Mädchen war ganz empört,
sagte ihm, dass sich so etwas nicht gehört.
Da schmiss er die Blüten achtlos weg,
stolperte und fiel dann selbst in den Dreck.
Rief das Mädchen ihm zu, nicht schadenfroh,
was du Wehrlosen antust, geschieht dir ebenso.
Lass die Blumen doch am Wegrand stehen,
andere möchten sie auch gerne sehen.
Copyright © Werner Geisser
Weiterstadt,24.03.2003
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